Montag, 19. Dezember 2011

Weihnachtspause

Ein Hinweis in eigener Sache: LeuphanaWatch geht in die Weihnachtspause. In den traditionell hektischen Tagen vor dem Fest und den Tagen danach gönnen wir uns eine Auszeit und widmen uns ganz anderen Dingen.

Das Team von LeuphanaWatch dankt allen Lesern und Kommentatoren, die das nun endende Jahr zum erfolgreichsten unserer (kurzen) Bloggeschichte gemacht haben. Das Googleranking und die täglichen, stetig steigenden Zugriffszahlen von mehreren hundert Besuchern sprechen eine deutliche Sprache und bestärken uns in unserem Anliegen. Wir möchten auch weiterhin kritisch denkenden Menschen eine Plattform bieten und eine öffentliche Diskussion ermöglichen.

Nach wie vor lässt es die Lage an der Leuphana Universität Lüneburg leider nicht zu, die eigene Meinung offen und ohne Selbst(schutz)zensur durch die Schere im eigenen Kopf vertreten zu können. Dies bestätigen die vielen Nachrichten, die wir auf verschiedenen Wegen regelmäßig erhalten. Deshalb versprechen wir weiterhin:
Wir bleiben unabhängig, kritisch, ohne Furcht. Wir geben Acht und streuen bestes Lüneburger Salz in offene Wunden. Bis die Wahrheit ans Licht kommt und die Fassade fällt. Damit unsere Lüneburger Universität eine Zukunft hat.

Das gesamte Team von LeuphanaWatch wünscht allen Studenten, Professoren, Mitarbeitern und Freunden der Universität frohe Festtage und einen erholsamen Übergang ins neue Jahr. Dann werden auch wir wieder unseren gewohnten Takt aufnehmen. Schon jetzt liegen mehrere Themen bereit, um im neuen Jahr für mächtigen Wirbel sorgen werden.

Bleibt uns, bleiben Sie uns bitte gewogen.

Samstag, 17. Dezember 2011

Wahleinspruch abgelehnt

Der Wahlausschuss hat den Einspruch der Studentenparlamentsliste der Fachschaft BWL abgelehnt. Die Liste hatte, wie berichtet, das Wahlergebnis für das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg angefochten. Das vorläufige studentische Wahlergebnis hat nach Beschluss des Wahlausschusses Bestand. Details zur Beschwerde und zur Ablehnung sind auf der Seite des Wahlausschusses nachzulesen.

LeuphanaWatch meint: Peinliche Schlappe für "die" Fachschaft, die sich als schlechter Verlierer gibt.

Freitag, 16. Dezember 2011

Die spinnen, die Münchner!

Studenten der TU München haben eine neuartige Partnervermittlung gestartet. Gmatch.org verspricht:
"Die erste wissenschaftliche Partnerbörse, die genetische Informationen nutzt." (1)
Funktionieren soll das durch die Einsendung eines Wangenabstrichs (Speichelprobe), der genetisch analysiert wird. (1, 2) So sollen potenzielle Partner gefunden werden, deren genetisch individuell festgelegte, körpereigene Duftstoffe zu den eigenen passen. Verfahren wird dabei nach dem Motto "Gegensätze ziehen sich an". Als Vorteil der genetischen Methode preisen die denkbar unkritischen Autoren des Magazins UNIcompact an:
"Natürlich beeinflusst das Wissen, man wirkt - objektiv - auf das gegenüber attraktiv und anziehend, die Handlungsweisen beim ersten Treffen maßgeblich. Auch hier kann Gmatch mit einem Vorteil glänzen, nämlich das eigene Selbstbewusstsein für das erste Date zu stärken." (2)
LeuphanaWatch meint: Die spinnen, die Münchner! Dann doch lieber in der Startwoche das deutsche Gesundheitssystem und die BostonConsultingGroup retten.

(1) https://gmatch.org/
(2) "Liebe in den Zeiten der genetik", UNIcompact, das bundesweite Hochschulmagazin, Sommer 2011

Mittwoch, 14. Dezember 2011

STUPA: Wahlverlierer erzwingen Neuauszählung

Das hat es noch nicht gegeben: Das Wahlergebnis für das Studentenparlament der Leuphana Universität Lüneburg wurde angefochten und eine neue Auszählung wird erfolgen. Das teilte der studentische Wahlleiter am gestrigen Nachmittag in einer eMail mit. Darin werden Helfer gesucht:
Liebe Studierende,
die Stimmzettel der StuPa-Wahl sollen noch einmal überprüft werden. Hierfür suchen wir noch dringend HelferInnen.

Wo & wann? : Donnerstag 14 - 18 Uhr im Senatssaal der Uni (Geb. 10 im 2.Stock)
Für Knabbereien ist gesorgt.

Mit freundlichen Grüßen
(Name entfernt, LW)
stud. Wahlleiter
Eine Beschwerde der Liste der Fachschaft BWL ist nach Informationen von LeuphanaWatch für den erheblichen Aufwand verantwortlich, der nun erneut von ehrenamtlichen Helfern vollbracht werden muss (1). Die Liste hat laut vorläufigem Wahlergebnis bei der Wahl des Studentenparlaments zwei ihrer sieben Sitze verloren.

Mit ihrer Beschwerde gehen die Wahlverlierer ein hohes Risiko: Ist ihre Aktion nicht sehr gut begründet und/oder bleibt das Ergebnis in der jetzigen Form bestehen, werden sie in den Augen vieler als schlechte Verlierer darstehen.

(1) LeuphanaWatch dankt für den Hinweis.

Montag, 12. Dezember 2011

Akademisches Wahlergebnis ist da

Das Ergebnis der akademischen Wahlen an der Leuphana Universität Lüneburg ist da. Der späte Zeitpunkt liegt darin begründet, dass der Wahlausschuss das Ergebnis erst heute festgestellt hat. Es ist hier als ZIP-Datei herunterzuladen.

Im neuen Senat (Amtszeit ab 1.4.2012) gibt es bedeutende Veränderungen. So hat u.a. der profilierte Spoun/Keller-Kritiker Prof. Maset seinen Senatssitz verloren. Generell scheinen eher präsidiumsfreundliche Personen in den Senat gewählt worden zu sein. Am deutlichsten ist dies bei den Studenten sichtbar. Zu ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt hat die Liste der Fakultät Wirtschaft / Fachschaft BWL ("LEUPHANA gemeinsam gestalten!") die Mehrheit der studentischen Sitze errungen. Mit 1338 Stimmen siegte sie deutlich gegen die Nachfolgeliste von Eine Uni für alle ("AKUT - Alternativ Kritisch Unabhängig Transparent") mit 820 Stimmen. Somit besetzt die Fachschaft BWL 2 Plätze, AKUT nur noch einen. Allerdings bleibt dem Präsidium mit Senatorin Daniela S. seine schärfste Kritikerin erhalten. Sie wurde - nicht zum ersten Mal - wiedergewählt.

Eine ausführliche Analyse des Wahlergebnisses wird durch die Listen in der nächsten Zeit erfolgen müssen. Besonders die kritischen Studenten aus dem Senat müssen sich fragen, wie es zu dieser dramatischen Stimmenverschiebung kommen konnte. Erklärungsansätze kann es viele geben. Einige Gedanken:
  • die politische Ausrichtung wird grundsätzlich nicht geteilt, das Programm war zu "radikal"
  • der gefahrene harte Konfrontationskurs der letzten Amtszeit verschreckte Wähler (grundsätzlich oder weil unzureichend vermittelt)
  • der Listenname schreckte potenzielle Wähler der "Mitte" ab
  • erstmals gelang es der Wirtschaftsliste, auch vereinzelte Studenten anderer Fakultäten in ihre Liste einzugliedern
  • 'Kleinvieh macht auch Mist'; viele Kandidaten auf einer Liste ziehen viele Stimmen, weil man eher jemanden kennt - die Fachschaft mit klarem Vorteil
  • das Auslaufen der alten Studiengänge hat viele kritische Wähler wegfallen lassen
  • schlechterer Wahlkampf
Viele Gründe mag es geben. Der Kampf um die Deutungshoheit des Wahlergebnisses wird jedenfalls bald beginnen. Klar ist aber bereits jetzt: Die Opposition des Präsidenten hat einen schweren Schlag einstecken müssen. Nun bleiben als prominente Kritiker nur noch die wiedergewählte und frisch bestätigte Senatorin Daniela, der ASTA (wird allerdings bald neu gewählt, die Karten werden also neu gemischt) - und wir.

LeuphanaWatch verrät: Wir bleiben dran, denn nun sind wir nötiger denn je! Das zeigen auch die Zugriffszahlen.

Sonntag, 11. Dezember 2011

ASTA zum Studienmodell

Der AStA hat sich eingehender mit dem Studienmodell befasst und im November eine Stellungnahme dazu erarbeitet. (1) Der Inhalt kann durchaus kontrovers gesehen werden, so werden u.a. gravierende Veränderungen bzgl. des Leuphana-Semesters angeregt.

LeuphanaWatch findet: Lasst uns diskutieren, die Zeit ist reif.

(1) LeuphanaWatch dankt dem Hinweisgeber.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Vorläufige studentische Wahlergebnisse

Die Erebnisse der studentischen Wahlen liegen vor - vorläufig. In der Vergangenheit hatten diese jedoch immer bestand, so dass davon auch in diesem Jahr ausgegangen werden kann. (alle Zahlen nach Wahlausschuss)

Semesterticket:
Gewonnen hat das Niedersachsenticket, es ändert sich also nichts Grundlegendes. 57,2% Zustimmung, allerdings erst in der dritten Auszählungsrunde.

Semesterticket Kultur:
Mit 78,9% liegt die Zustimmung erfreulich hoch. Das Ticket ist auf dem besten Wege, sich zu etablieren.

Studentenparlament Sitzverteilung:
Liste Leuphana 1 Sitz
Grüner und autofreier Campus 3 Sitze
QuattroFAK - Vier Fakultäten, eine Liste 7 Sitze
Fakultät Wirtschaft - 3 Campi, eine Liste 5 Sitze

Wahlbeteiligung gesamt 34,87%
Fak. Bildung: 35,61%
Fak. Wirtschaft: 34,68%
Fak. Kultur: 36,69%
Fak. Nachhaltigkeit: 47,86%
Sonstige: 5,49%

Alle Ergebnisse lassen sich hier beim ASTA nachlesen.

Die Ergebnisse für Senat und Fakultätsräte stehen noch aus.

LeuphanaWatch meint: Das Wahlergebnis für den Senat dürfte sehr interessant werden. Das Ergebnis der studentischen Wahlen lässt darauf schliessen, dass es für die Listen der Fachschaft BWL und damit der Pro-Spoun/Keller-Fraktion nicht so gut gelaufen ist. Das Semesterticket Kultur wurde aus diesen Reihen stets kritisch betrachtet und erhielt jetzt eine deutliche Mehrheit. Im Studentenparlament verliert die Fachschaft 2 Sitze: einen an den grünen und autofreien Campus, einen an die Liste Leuphana. Auf diesem Ticket rutscht nun der bekanntermassen kritische ASTA-Sprecher Steffen ins Parlament. All das deutet darauf hin, dass die Liste AKUT im Senat auf zwei Sitze hoffen kann. Das gilt aber nur, wenn die Wähler konsequent abgestimmt haben. Das bleibt noch abzuwarten. Vielleicht überrascht das Ergebnis ja doch noch. Für eine abschliessende Analyse ist es noch zu früh, niemand sollte zu früh jubeln. Eine herzliche Gratulation aber bereits jetzt an alle Gewählten.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Die Fachschaft BWL und ihre Wahlversprechen

Das Ergebnis dieser Wahlen steht noch nicht fest. Ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen und den neuen Parlamentariern einiges ins Stammbuch zu schreiben. LeuphanaWatch blickt zurück auf die auslaufende Amtszeit des Parlaments.

Nach den vergangenen Wahlen im Mai waren die Mehrheitsverhältnisse im Studierendenparlament sehr besonders: es gab keine klare Mehrheit mehr für ein links-grünes Bündnis. Die Fachschaft BEM (BWL & Co.) war sehr stark und erhielt 7 von 16 Sitzen. Um die Arbeit der bei der gerade beendeten Wahl stark werbenden Fachschaft BEM (bzw. ihrer StuPa-Liste „3 Campi, eine Liste“) zu bewerten, lohnen genaue Blicke in die öffentlich zugänglichen Protokolle [1]. Aktuell machen die Bemühungen um das Mensa-Bistro Schlagzeilen, immer wieder fällt dabei auch das Schlagwort PlanB. Dabei wird leicht vergessen, dass es bereits vor Monaten einen Konzeptentwurf zu einem Café als studentischen Freiraum gab. Dabei hat „3 Campi, eine Liste“ derart geblockt, dass sich die Planungsgruppe kurzerhand auflöste, weil sie kein Interesse daran hatte, dass ihr Ehrenamt weiter mit Füßen getreten wird. Nach einer wenig aussagekräftigen Umfrage zu einer Weiternutzung der Räume in Gebäude 9 herrschte zunächst Stille - alle Menschen, die sich weiter hiermit beschäftigen wollten, waren verprellt und das StuPa war nicht bereit, ein weiteres Konzept hierfür auszuarbeiten. Nach mehrmaliger Vertagung beschloss das StuPa folgendes:
„Das Stupa möge beschließen, dass in den ehemaligen AStA Copy Räumen ein Café Betrieb und ein Aufenthaltsraum zur Durchführung von studentischen Projekten eingerichtet werden soll. Die Vorsitzenden informiere das Präsidium/ Gebäudemanagement hierüber. Zur Planung und Umsetzung der Neunutzung beauftragt das StuPa eine Projektgruppe."
„Das StuPa möge beschließen ,der Projektgruppe sofort 500 € aus den Rücklagen für die nächsten vier Wochen zu Verfügung zu stellen.“
Hierbei ist anzumerken, dass die Idee eines Cafés aus der Umfrage der Studierenden stammte und die Gelder für die Umsetzung bereits genehmigt wurden, bevor sich die Gruppe „PlanB“ zusammenfand. Dieser Beschluss rückt auch den Austausch der Schlösser von Gebäude 9 in ein neues Licht: Hat das StuPa versäumt, das Präsidium zu informieren, oder wusste dieses bereits von den Plänen der Studierenden und hat das Café in der Nacht vor der Eröffnung trotzdem verhindert? Was hat dies mit dem nun voran getriebenen Mensa-Bistro zu tun?

Auch folgendes verdient Aufmerksamkeit: Das Wahlversprechen von „3 Campi, eine Liste“ zur letzten Wahl des Studierendenparlaments war es, kontinuierlich anwesend zu sein. Die bisher öffentlichen Protokolle zeigen, dass diese Liste (7 Sitze im StuPa) in nur 62% der Fällen vollständig anwesend war, die Liste „QuattroFAK“ (7 Sitze im StuPa) in 87,5%, die Liste „Grüner und autofreier Campus“ (2 Sitze im StuPa) war in 100% der Sitzungen anwesend. Sowohl bei der konstituierenden und der sechsten Sitzung ist die Fachschaft BWL außerdem geschlossen gegangen und hat damit die StuPa-Sitzung zwangsweise beendet. Zitat aus dem Protokoll der konstituierenden Sitzung:
„Die Liste Fakultät Wirtschaft kündigt an, demnächst den Raum verlassen zu müssen.“ „Die Liste „Fakultät Wirtschaft – 3 Campi“ verlässt den Raum, damit ist das StuPa nicht mehr.“
Aus dem Protokoll der 6. ordentlichen Sitzung:
„Die Fachschaft hat gebeten, die Sitzung spätestens um 17:30 zu schließen, da sie um 18:00 einen Termin wahrnehmen muss.“
Dieser Termin ist vermutlich die Sitzung der Fachschaft BEM, welche ebenfalls Mittwochs stattfindet. Aufgrund dieses frühzeitigen Sitzungsendes wurden sechs Tagesordnungspunkte verschoben.

Ein besonderer - und ausdrücklich anzumerkender - Fall findet sich in der dritten ordentlichen Sitzung. Hier taucht eine Person als Vertreter für die Liste „3 Campi [...]“ auf, die sich nicht einmal für die StuPa-Liste der Fachschaft BEM hat zur Wahl aufstellen lassen, somit auch kein Vertreter der Liste war und keinerlei Legitimation als studentische Vertretung besaß. Diese Person hat offensichtlich sogar mit abgestimmt, das gesamte StuPa scheint hier geschlafen zu haben. Ein derart dreistes Vorgehen dürfte den Fall eines Präzedenzfalls haben. Fällt es bei den Unmengen an Kandidaten und umworbenen Gremien gar nicht mehr auf, wer wann wo im Namen der Studierenden und der Liste BEM abstimmt?

Bei der letzten Vollversammlung am 30.11.2011 pries sich die Liste „3 Campi [...]“ außerdem mit den Worten an, sie sei im StuPa in jedem Ausschuss vertreten. Ein Blick in das Protokoll der zweiten Sitzung zeigt: Von acht konstituierten Ausschüssen waren Mitglieder dieser Liste in fünf Ausschüssen vertreten. Anders als die weitere große Liste „QuattroFAK“ stellte die 3-Campi-Liste auch in keinem Ausschuss die Mehrheit.

Ein Leckerbissen zum Schluss: Nachdem die Fachschaft BEM 900 Euro an Fahrt- und Tagungskosten für die Bundesfachschaftskonferenz WiSo ausgegeben hatten, versuchte sich die Fachschaft erst nach der Konferenz diese Kosten erstatten zu lassen. Es bleibt die Frage, weshalb die Fachschaft BEM mit einem Haushalt von beinahe 8300 Euro nicht mit ihren Geldern umgehen können und zusätzliche Mittel für Fahrten benötigten, während keine andere Fachgruppe oder Fachschaft im StuPa 2011 einen Antrag auf Erhöhung ihrer Töpfe gestellt (und schließlich auch noch selbst im StuPa beschlossen) hat.

LeuphanaWatch meint: Augen auf bei Wahlversprechen - jetzt und in Zukunft. Es ist doch bedauerlich, dass die Protokolle des Studierendenparlaments nicht mehr Inhalt hergeben, aber selbst das, was darin zu finden ist, dürfte doch an der ein oder anderen Stelle erschrecken.

[1] öffentlich zugängliche Protokolle zu finden unter: www.leuphana.de/stupa

Dienstag, 6. Dezember 2011

Gefakte Flyer aufgetaucht [ergänzt 7.12. 1:15]

Update:
In einer Umgebung mit viel kreativen Potenzial sind die Unterschiede zwischen Schein und Sein teils sehr dünn. LeuphanaWatch hat den Sachverhalt, dass Flyer mit offensichtlich falschem Inhalt verteilt werden falsch interpretiert. Wie uns unsere Leser aufmerksam machten handelt es sich NICHT um Fälschungen. Die Fehler sind im Original vorhanden.

Dies rückt die Aussage der Studentin der Kulturwissenschaften jedoch in ein anderes Licht. Leser von Leuphanawatch vermuten, dass diese Aussage ihr untergeschoben wurde. Diese Aussage kann derzeit jedoch weder bestätigt noch dementiert werden.

Ursprünglicher Beitrag:

Zu den jetzigen akademischen Wahlen sind gefakte Flyer einer Liste für den Senat im größeren Stil aufgetaucht. Von ihrer äußeren Aufmachung sind die Flyer stark an das Design der Fachschaft BE & M angepasst und sind überschrieben mit „Leuphana gemeinsam gestalten! Senat: Liste 1“.

Zu erkennen sind sie auf der Seite „Wahlen – Was, Wer, Wann, Wo, Warum, Wie?“ durch eine offensichtliche falsche Aussage, dass der Senat 16 Mitglieder umfassen und aus Professoren, Mitarbeitern der Leuphana und 3 Studierenden bestehen würde. Hier wurde eine Statusgruppe mit ihren 3 Plätzen einfach mal unterschlagen. Der Senat der Universität Lüneburg besteht, wie allgemein bekannt, aus 19 stimmberechtigten Mitgliedern[1]. Es muss davon ausgegangen werden, dass weitere falsche Aussagen den Kandidaten und Kandidatinnen untergeschoben wurde. So ist eine Aussage wie „Als Studentin der Kulturwissenschaften möchte ich mehr Vielfalt und frischen Wind in den Senat bringen“ sicherlich auch kein Originalzitat. Doch was ist sonst noch alles falsch?

LeuphanaWatch denkt:
Auch wenn die Flyer durch den offensichtlichen und witzigen Fehler leicht als Fake zu erkennen sind kann hier nicht mehr von einer fairen Wahl gesprochen werden. LeuphanaWatch fordert seine Leser auf, diese gefälschten Flyer einzusammeln und zu vernichten. Zudem würde es uns freuen, falls weitere Fehler hier veröffentlicht werden könnten. Auch Hinweise, aus welchen Kreisen die Fälscher kommen, sind erwünscht. Die politischen Gegner können es kaum sein, schaffen selbige kaum die Logistik, ihren eigenen Wahlkampf zu gestalten.

[1] http://www.leuphana.de/ueber-leuphana/organisation/senat.html

Montag, 5. Dezember 2011

Senatoren gehen zum OVG

Wichtige Neuigkeiten bzgl. der Klage gegen die Wiederbestellung von Holm Keller fasst der ASTA zusammen und kommentiert:
Eilantrag der stud. Senatoren vor dem Verwaltungsgericht abgewiesen
Der Präsident fühlt sich durch das Urteil bestätigt, die SenatorInnen ziehen vors Oberverwaltungsgericht

Nachdem im Mai der hauptamtliche Vizepräsident Holm Keller ohne Ausschreibung in einem längeren Wahlverfahren wiederbestellt wurde, hatten die studentischen SenatorInnen der Senatsliste "EINE Uni für ALLE" (EUfA) einen Eilantrag gegen die Senatsbeschlüsse eingereicht. Sie sehen den "Kompromiss", den Vizepräsidenten als Teilzeitbeamten einzustellen, als nicht verfassungskonform an und bemängeln diverse Fehler am Verfahren. Heute hat nun das Verwaltungsgericht entschieden und die Klage ohne eine inhaltliche/materielle Rechtsprüfung abgelehnt. Die Begründung des Gerichtes beruhte nach Aussage der Senatsliste darauf, dass eine Verletzung der Rechte der KlägerInnen nicht vorliegt.

Universitätspräsident Sascha Spoun begrüßte noch heute Abend die Entscheidung in einer Rundmail über MyStudy:
"Hochschulleitung und Stiftungsrat sehen sich durch den Gerichtsbeschluss in ihren Einschätzungen bestätigt, dass der Beschluss des Senats vom 6. Mai 2011 weder in verfahrensrechtlicher Hinsicht noch inhaltlich zu beanstanden ist."

Die Senatsliste EUfA beruft sich auf eine Rechtsauffassung des Wissenschaftsministeriums, wonach materielle Verstöße nicht auszuschließen seien:
"Wir sehen in dieser Rechtsauffassung eine Bestätigung unserer Kritik: Zwangsteilzeit für Beamt_innen ist verfassungswidrig. Der Senat aber hat eine Ernennung Holm Kellers vorgenommen und somit ein Beamtenverhältnis angestrebt. Der Senatsbeschluss zu Holm Keller ist demnach hinfällig und muss dem Senat erneut vorgelegt werden", so Daniela Steinert. "Hinsichtlich dieser Ausgangslage war es für uns selbstverständlich, vor das OVG zu ziehen, um die fehlerhaften Beschlüsse zu revidieren."

Auch der AStA hatte die Wiederbestellung des VP Keller im Sommer mit zahlreichen Aktionen kritisiert.

"Ich bin enttäuscht, dass das Gericht den Antrag nun abgelehnt hat, ohne die tatsächlichen Rechtsfragen zu erörtern. Wenn tatsächlich Rechte von SenatorInnen beschnitten wurden und die Entscheidung nicht rechtskonform ist, sehe ich die Gerichte in der Pflicht hier eine umfangreiche Rechtsprüfung durchzuführen." So Julian Frey, Sprecher des AStA. Ähnlich sieht das ganze Mathias Ahrens von der Senatsliste (EUfA):

"Wir bedauern es zutiefst, dass das Verwaltungsgericht zu dieser Entscheidung gekommen ist. Für uns ergeht aus der Begründung des Beschlusses kein ausreichender Schutz für die Rechte des Senates und der Hochschulöffentlichkeit. Wenn niemand gegen rechtswidrige Entscheidungen angehen kann, können die wenigen Rechte, die die Gremien überhaupt noch haben, nicht geschützt werden."

Steffen Riemenschneider, ebenfalls Sprecher des AStA, ergänzt:
"Wir können nun nur noch abwarten und hoffen, dass die RichterInnen am Oberverwaltungsgericht sich der Rechtsprüfung annehmen, damit wir endlich Klarheit bekommen. Wir halten es für unwahrscheinlich, dass das Ergebnis der Wiederbestellung rechtskonform ist. Wir haben von Anfang ein Verfahren mit öffentlicher Ausschreibung befürwortet. Da dies offenbar von der Hochschulleitung nicht erwünscht war, müssen nun alle Beteiligten mit den Konsequenzen umgehen."
Unterstützung haben die Senatoren von der Fachschaft Kuwi erhalten, welche die Klage einstimmig unterstützt.

LeuphanaWatch wünscht viel Erfolg beim OVG.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Kritische Köpfe stärken, wählen gehen

Ab morgen wird gewählt, die Hochschulwahlen 2011 finden vom 5. - 7. Dezember statt. Alle Studenten der Leuphana Universität Lüneburg sind wahlberechtigt und können abstimmen über:
- Studentenparlament (StuPa)
- Fachgruppenvertretungen (FGV)
- Semesterticket
- Semesterticket Kultur
- Senat
- Fakultätsrat

Die Wahlbeteiligung ist an der Leuphana Universität Lüneburg traditionell hoch. Das sollte auch in diesem Jahr sein, damit die Studentenvertreter mit einem guten Ergebnis im Rücken offensiv für die Interessen ihrer Wähler auftreten können. Verschiedene Wahllisten, Kandidaten und Ticketvarianten stehen zur Auswahl. Eine Übersicht und zahlreiche weitere Informationen bietet der ASTA auf seiner Webseite zur Hochschulwahl. Eine Wahlzeitung mit dem Programm der verschiedenen Listen und Kandidaten ist beim ASTA zu finden.

LeuphanaWatch gibt traditionell keine Wahlempfehlung ab. Allerdings empfehlen wir einen Blick in die Wahlprogramme der Kandidaten, die mit kritischem Verstand gelesen und hinterfragt werden sollten. Und wir bitten euch wählen zu gehen. Hochglanzflyer mit Leuphana-Logo und kritiklose Lobhudelei haben selten Verbesserungen angestoßen. Stärkt kritische und unabhängige Köpfe, die auf Misstände und Probleme hinweisen. Nur so kann es in eurem Sinne Veränderungen geben.

Samstag, 3. Dezember 2011

Unimarketing und Realität

Das Universitätsmarketing ist nach Auffassung von Präsident Spoun von besonderer Bedeutung für die Leuphana Universität Lüneburg. Er schreibt:
"umso wichtiger ist die Funktion des Hochschulmarketings, mit klarer Stimme und eindeutigem Absender die Vision zu artikulieren ..." [1]
Aber wie funktioniert Marketing und wie stark ist der Realitätsbezug? LeuphanaWatch untersucht als Beispiel ein Bild aus der Broschüre "Das Otto Group Stipendienprogramm. Verstehen. Und handeln." [2]

Quelle: Broschüre "Das Otto Group Stipendienprogramm. Verstehen. Und handeln." [2] Seite 2/3, (c) Leuphana Universität Lüneburg

Was möchte dieses Foto dem Betrachter sagen? Es zeigt das Hörsaalfoyer im warmen Sonnenlicht des Vormittags und erzeugt eine angenehme, zum Aufenthalt einladende Atmosphäre. Der Effekt wird durch zwei sympathische Studentinnen im Vordergrund verstärkt, die offenbar in einem netten Gespräch sind und freundlich lächelnd ein positives Gefühl ausstrahlen. Hier kann man verweilen, hier ist eine positive Grundstimmung. Gleichzeitig entsteht nicht der Eindruck, als würde an der Leuphana Universität Lüneburg gefaulenzt. Im Bildhintergrund sind mehrere Personen zu sehen, die sich auf dem Weg in die Bibliothek befinden. Die Wissenschaft ist also im Gange und es wird geforscht und gelernt. Dies belastet jedoch nicht die positive Grundaussage durch die zurücktretende Erscheinung mit geringer Größe - aber nicht als Randnotiz - im Hintergrund.

Ganz entscheidend ist die Umgebung der anwesenden Personen. Von den Metallträgern der Decke hängen künstlerische Bilder in kräftigen Farben. Sie zeigen Kreativität und künstlerischen Elan. An den Säulen rechts und links hängen unzählige bunte Plakate. Sie stellen das studentische Leben dar, symbolisieren geradezu die Lebendigkeit und Vielfältigkeit im Gegensatz zum kalten Beton.

Kernaussage des Bildes: Die Leuphana Universität Lüneburg ist als Lernort sympathisch, kreativ, lebendig, jung, vielfältig und entspannt. Komm hierher, nehme die positive, freundliche Stimmung auf. Tritt in das Bild ein, gehöre dazu.

Das Bild des Hörsaalfoyers ist ein Meisterstück der Marketingabteilung [3]. Es zeigt die von Sascha Spoun geforderte Vision und kommuniziert sie klar und deutlich. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Wer das Hörsaalfoyer betritt, genießt selten die warme Morgensonne. Im Sommer wäre das Bild eines Treibhauses angebracht. Bilder an der Decke sucht man vergeblich, genauso wie die vielen bunten Plakate an den Säulen. Es dominiert der Beton.

Warum zeigt die Broschüre nicht die Realität? Die Botschaft wäre vermutlich eine ganz andere. Ehrlicher wäre sie. Immerhin ist das Foto trotz vermutlich erfolgter grafischer Bearbeitung zumindest echt. Bevor die Leuphana Universität Lüneburg das seit einem Jahrzehnt erlaubte Plakatieren untersagte, gab es tatsächlich ein wesentlich bunteres Bild im Hörsaalfoyer. Die Deckenbilder waren ebenfalls vorhanden - sie wurden für einen kurzen Zeitraum extra für das besprochene Foto aufgehängt und verschwanden wenig später wieder.

LeuphanaWatch findet: Die Universitätsleitung sollte sich ein Vorbild an ihrer eigenen Marketing-Vision nehmen. Mit Plakaten und Bildern sieht das Hörsaalfoyer so viel ansprechender aus. Wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, könnte die Marketingvision wieder einen Realitätsbezug erhalten.

Quellen:
[1] Brune / Seyfarth / Spoun: Hochschulmarketing in Zeiten von Blogs, Wikipedia und YouTube: Zur prozessanstoßenden Kommunikation für öffentliche Universitäten, in: Heuser / Spoun (Hrsg.): Virale Kommunikation - Möglichkeiten und Grenzen prozessanstoßenden Marketings. Nomos. [Leuphana Bibliothek: BWL 634.070], Seite 240
[2] http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/college/otto_group/files/ottobroschuere_neuauflage_22.11.2010.pdf
[3] http://www.leuphana.de/ueber-leuphana/organisation/praesidium/universitaetsmarketing.html

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Wahlgeschenke für die Unterstützer?

Wahlkampfzeiten sind immer aufregend, aber kaum derart abstrus wie dieses Jahr. Nun mischt sich auch das Präsidium massiv in den Wahlkampf ein: Herr Spoun und Herr Keller machen deutlich, mit welcher Liste (die sowohl für das Studierendenparlament, den Fakultätsrat, wie für den Senat antritt) sie vorrangig zusammen arbeiten möchten.

Heute verschickte das Präsidium folgende Nachricht:

Liebe Studierende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

schon länger ist bekannt, dass es auf dem Campus an einem vielseitigeren Café-Angebot mangelt. Es fehlt derzeit an Bereichen, die zum Verweilen einladen und an weiteren Möglichkeiten, in gemütlicher Atmosphäre und zu günstigen Preisen Kaffee, Kuchen und Snacks zu genießen.

Da sich diese Situation erst mit der Fertigstellung des Zentralgebäudes 2014 ändern würde, ist auf Initiative der Fachschaft Business, Economics & Management die Idee entstanden, in der Mensa eine zusätzliche Cafeteria einzurichten. Hierzu haben in den letzten Wochen Gespräche zwischen Hochschulleitung und Studentenwerk Ostniedersachsen stattgefunden. Wir freuen uns sehr, Sie bereits frühzeitig über ein erstes Ergebnis dieser Planungen informieren zu können. Eine Konzeptskizze finden Sie im Anhang.

Die Überlegungen sehen vor, eine Cafeteria im vorderen Bereich der Mensa neu einzurichten. In dieser Cafeteria sollen Frühstück, Mittagessen (Bio-Mensa), Abendessen sowie durchgängig eine erweiterte Auswahl z.B. an Snacks, Getränken, Kaffeespezialitäten und Obst angeboten werden. Die Öffnungszeiten sollen verlängert werden; vorgesehen ist ein durchgehender Betrieb im Zeitraum von 8 bis 20 Uhr, je nach Bedarf ggf. sogar bis 21 Uhr.

Die Gestaltung der Cafeteria sieht einen gemütlichen Lounge-Bereich an der vorderen und der seitlichen Fensterfront der Mensa vor. In diesem Bereich sollen großzügige Sitzgelegenheiten mit Sofas und Lounge-Tischen entstehen. In der Mitte der Cafeteria wären Tische mit Einzelstühlen vorgesehen. Insgesamt sollen 74 Sitzplätze geschaffen werden.

Die Cafeteria selbst soll mit einer Multifunktionstheke ausgestattet werden, die je nach Bedarf als Bar- oder als Speiseausgabe verwendet werden kann. Nach derzeitigem Planungsstand würde die Cafeteria die bisherigen Ausgabestellen der Bio-Mensa und der Abend-Mensa ersetzen. Als Ausstattung ist u.a. eine neue, professionelle Siebträgerkaffeemaschine vorgesehen. Damit kann eine deutliche Verbesserung des Kaffeeangebotes in der Mensa zu günstigen Preisen erreicht werden. Die Preisgestaltung soll sich an den üblichen Preisen des Studentenwerks orientieren.

Das Präsidium hat sich bereits dafür ausgesprochen, den vorliegenden Konzeptentwurf weiterzuentwickeln und in die Planungen der Campusentwicklung zu integrieren. In den nächsten Wochen finden daher weitere Gespräche statt, um die inhaltliche und bauliche Planung weiter auszugestalten. Das Präsidium möchte alle Universitätsmitglieder einladen, ihre Meinungen und Ideen einzubringen. Anmerkungen, Wünsche und Hinweise zu den Planungen können Sie gerne an Herrn Müller in der Stabsstelle Campusentwicklung richten (thomas.mueller@leuphana.de).

Über eine erfolgreiche Umsetzung der neuen Cafeteria – ggf. schon zum nächsten Frühjahr – freuen wir uns.

Mit herzlichen Grüßen
Sascha Spoun
Holm Keller

Konzept Cafeteria: http://myshare.leuphana.de/380548c3b2ee26586fced0aba31fec81
Verantwortlich für diesen Newsletter: Hochschulleitung

Da tauscht zunächst die Universität in einer Nacht- und Nebelaktion die Schlösser der AStA-Räume aus, weil sie erfahren, dass Studierende einen Freiraum öffnen wollen auch mit der Option, dort Getränke anzubieten. Nun positioniert sich das Präsidium erneut als diejenigen, die neuen Raum schaffen möchten und eröffnet sogar ein eigenes Cafè. Nicht vergessen werden darf hier, dass die Mensa in der Mittagszeit bereits jetzt vollständig belegt und auch außerhalb der Stoßzeiten oft als Lese- und Lernraum wahrgenommen wird. Auch mit Sofas und neuer Einteilung wird die Mensa weder größer, noch anderweitig neue Fläche geschaffen.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Gremien der Verfassten Studierendenschaft, die nicht bestimmte Studiengänge, sondern alle Studierenden vertreten - Studierendenparlament und AStA - vom Präsidium nicht beteiligt wurden. Offensichtlich hat auch die Fachschaft Business, Economics & Management eine solche gemeinsame Initiative von Studierenden und Präsidium nicht in das Studierendenparlament getragen (obwohl sie als Liste im Parlament vertreten sind). Die Detailplanung, die bereits vorgenommen wurden, macht deutlich, dass weitere Partizipationsmöglichkeiten nicht vorgesehen sind. Angesichts dieses Arbeitsstandes mutet es sehr unpassend an, dass die Fachschaft Business, Economics & Management heute auf dem studentischen Markt der Möglichkeiten Fragebögen zu einem solchen Cafè verteilt hat, die den Eindruck suggerieren, hier sei es noch möglich, über Grundsätze mit zu entscheiden.

Interessant ist auch die (Nicht)-Rolle des Studentenwerkes, immerhin hat es die Hoheit über die Mensa inne und soll nun einem Cafè weichen. Als Holm Keller das letzte Mal im Zusammenhang mit dem Zentralgebäude von einem solchen Cafè sprach, war dies dem Studentenwerk nicht bekannt. Damals wurden Pläne öffentlich, die die Essensversorgung im Zentralgebäude betrafen. Auch hier war von 100% Bio die Rede und von studentischen Räumen. Bereits damals war das Studentenwerk nicht beteiligt worden, nun geht es ihnen auch noch an die eigenen Räume.

LeuphanaWatch denkt:
Lässt sich die Fachgruppe Business, Economics & Management vom Präsidium für eine alte Idee instrumentalisieren, um dieser den Anschein studentischer Legitimation zu geben? Das Präsidium arbeitet mit ihrem Vorgehen gezielt an der Spaltung und Polarisierung der Studierenden. Dass eine einzelne Fachschaft jetzt der vorrangige Ansprechpartner für das Präsidium wird, zeigt, dass sich Spoun und Keller im Wahlkampf klar positionieren möchten. Die Fachschaft Business, Economics & Management hingegen scheinen sich nicht dafür zu schade zu sein, sich vom Präsidium nach Belieben instrumentalisieren zu lassen (bereits eindrücklich bewiesen bei der Aktion "Spoun4President"). Dass sie dabei den Kodex verletzen, bei Angelegenheiten, die alle betreffen, auch alle (Studierende, Mitarbeitende etc.) mit ein zu beziehen, stört sie dabei nicht.

Seine Majestät räumt auf (IV)

Ein Märchen in mehreren Episoden

Es stand einmal vor langer Zeit eine königliche Bildungsstätte im kleinen Lande Leinenwiege. Der König selbst mit seinem güldenen Haar pflegte dort gewöhnlich zu residieren und der Wissenschaft ein antreibender Regent zu sein. Und wie es sich für einen guten König gehört, sorgte er sich um die Zukunft seiner Bildungseinrichtung und wollte, dass niemand die Strahlkraft der königlichen Berichterstattung beeinträchtigen konnte. So entschied seine Majestät eines Tages, dass etwas geschehen müsse. Eine Gruppe von Schülern hatte sich das Recht heraus genommen, ihre Ansichten über die Herrschaft seiner Majestät im ganzen Lande und darüber hinaus zu verbreiten. "Es darf nicht zugelassen werden, dass einige Elemente der Leinenwiegeschen Bildungsstätte Schaden zufügen", verkündete Majestät und ließ zur Tat schreiten.

Für Präzision und Differenzierung war der König beim Volke nicht bekannt und so kam es, wie es kommen musste. Es dauerte nicht lange, bis die kleinen Schüler und viele Unbeteiligte verdutzt drein blickten. Majestät hatte ihnen kurzerhand ihre Aufenthaltsräume absperren lassen und verkündete: "Ich habe so wenig Räume, ich brauche sie selbst." Gönnerhaft fügte er hinzu: "Wenn ich mein neues Schloss errichtet habe, könnt ihr dort neue Flächen bekommen. Schon in fünf Jahren ist es soweit." Als das die kleinen Schüler hörten, da packte sie die Wut und sie gingen zu ihrem Schülerrat und hofften auf Unterstützung. Der Schülerrat aber schwieg und wollte es sich mit dem König nicht verscherzen. Da war es nur zu dumm, dass Jens, der Berichterstatter einer kleinen Lokalpostille, Wind von Majestäts Anweisungen bekommen hatte. Er wollte berichten, aber der Schülerrat war dagegen. "Wenn Herr Jens jetzt berichtet, ist der König ganz böse auf uns und wir werden für immer in der Hölle schmoren", jammerten die Schülerräte. So beschlossen sie den Berichterstatter aufzufordern, seinen Bericht nicht zu veröffentlichen. Der aber sagte klipp und klar: "Vergesst es!" Die Schülerräte gaben noch nicht auf und baten darum, den Bericht vorab vom König gegenlesen zu lassen und nach seinen Anweisungen zu überarbeiten. Da der schlaue Jens es sich mit Majestät auch nicht ganz verscherzen wollte, willigte er ein. Und so erschien am nächsten Tage der Bericht des Herrn Jens und der König freute sich. Und er freute sich noch mehr, als es kurz danach mit dem Rat einen "Kompromiss" schloss, der einen Raumverlust der Gegenseite bedeutete.

Aber der Herrscher hatte noch nicht genug. Es wurmte Majestät gewaltig, dass diese umtriebigen Schüler nach wie vor ihr Unwesen an seiner Bildungsstätte trieben. Und so rief er seine Lakeien zu sich und klagte ihnen sein Leid. "Ich wünsche es nicht, dass diese Schüler weiterhin auf meiner Nase herumtanzen", sagte Majestät und ergänzte: "Wenn das so weiter geht, dann geht hier alles den Bach hinunter." Da hatten die Lakeien verstanden und zogen los, um ihr Werk zu tun. Und so wachte der kleine Schüler Fritz an einem Morgen ahnungslos auf und stellte fest, dass man im seine kleine Arbeit neben der Schule genommen hatte. Dabei war er noch am Tag zuvor von seinem Chef gelobt worden. "Das ist doch gar nichts", erklärte ihm daraufhin Mechthild. "Gestern noch hatte ich eine kleine Anstellung an unserer Leinenwiegeschen Bildungsstätte gefunden und heute morgen war sie plötzlich weg." Und da stellten Fritz und Mechthild plötzlich fest, dass sie gar nicht allein waren.

Als es schon dämmerte und Fritz auf dem Weg in seine Schlafgemächer war, wurde er plötzlich in eine Seitenstraße gezogen. Ganz erschrocken stellte Fritz fest, dass es nur sein Freund Stefan war, der ihm dringend etwas mitteilen wollte: "Du glaubst es nicht, Fritz. Mir hat mein Dozent verboten, mich mit dir sehen zu lassen. Sonst hätte das für mich Konsequenzen." Das erschreckte den kleinen Fritz nun wirklich und in Gedanken fragte er sich, ob hinter der nächsten Ecke ein Raubüberfall auf ihn warten würde. Da bekam es der kleine Schüler mit der Angst zu tun und beschloss, jetzt erst recht sich den Mund nicht verbieten zu lassen. Was hatte er schon noch zu verlieren?

Derweil saß Majestät in seinen gläsernen Gemächern und erfreute sich entspannt seiner Macht. Still und leise hatte Majestät bereits die nächste Stufe seines Planes eingeläutet. Königstreue Schüler sollten die Macht im Schülerrat endgültig übernehmen und alle feindlichen Elemente isolieren und an den Pranger stellen. Und wenn der König nicht gestorben ist, dass regiert er wohl noch heute - oder auch nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten mit realen Ereignissen sowie lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und vollkommen unbeabsichtigt. LeuphanaWatch dankt für die zahlreichen Anregungen unserer Leser, die maßgeblich zum Gesamtwerk beigetragen haben.